Use Case 01 · Engineering & Anlagenbau

Wie aus Projektordnern nutzbares Wissen wird.

Ein mittelständischer Anlagenbauer mit zehn Konstrukteuren und rund hundert abgeschlossenen Projekten. Nach dem ersten produktiven Agenten sinkt der Suchanteil von 35 auf 20 Prozent. Das sind rund 2.400 Engineering-Stunden im Jahr, ohne eine einzige Einstellung.

30-Minuten-Gespräch Zur Rechnung
Anonymisiert aus einem realen Projekt Jede Antwort mit Quelle Microsoft-nativ, Zugang über Teams
01 · Ausgangslage

Erfahrung steckt in Ordnern und in Köpfen.

Engineering-Erfahrung in Sperrgastafelsystemen, Druckbehältern und verfahrenstechnischen Komponenten. Bei Personalwechsel geht Erfahrung verloren, und jede neue Anfrage wird oft ohne Bezug zur Projekthistorie bearbeitet.

Konstruktion
10 FTE
Vollzeitstellen
Abgeschlossene Projekte
~100
über rund 6 Jahre
Anfragen pro Jahr
~150
Angebote und Klärungen
Projektdaten
~20 GB
CAD, Berechnungen, Doku, Mails
02 · Die Rechnung

Was die Suche wirklich kostet. Und was der erste Schritt zurückholt.

Drei Wege führen heute zur Antwort, und keiner ist gut: komplett neu aufsetzen (teuer, kein Lerneffekt), zufällig fündig werden (zwei bis fünf Stunden Suche pro Anfrage), oder der erfahrene Kollege erinnert sich (nicht skalierbar, geht mit Fluktuation verloren).

Engineering-Kapazität im Jahr10 Konstrukteure · 1.600 produktive Stunden pro Kopf16.000 h
Davon Suche und Recherche, heute35 % Tagesanteil, erhoben in der Struktur- und Datenanalyse5.600 h
Sichtbarer Teil davon: Angebotsphase150 Anfragen × 3 h technische Klärung450 h
Unsichtbarer Teil: laufende ProjekteWo war das nochmal, welche Variante, welche Norm, was hat der Kollege damals gemacht~5.150 h
Suchanteil nach dem ersten produktiven Agenten20 % statt 35 %3.200 h
Freigesetzte Kapazität im Jahr15 Prozentpunkte, allein aus dem ersten Fall2.400 h
Gegenprobe: 2.400 Stunden auf zehn Konstrukteure sind 240 Stunden pro Kopf und Jahr. Das ist rund eine Stunde pro Konstrukteur und Arbeitstag, die heute in der Suche verschwindet. Fragen Sie Ihre Leute, ob das zu tief gegriffen ist.

2.400 Stunden entsprechen anderthalb Vollzeitstellen. Der Unterschied: Sie müssen niemanden einstellen, und Sie gewinnen die Kapazität dort zurück, wo Ihre erfahrensten Leute sitzen. Das ist der erste Fall. Jeder weitere baut auf demselben Fundament auf.

Die 35 Prozent stammen nicht aus einer Studie, sondern aus der Struktur- und Datenanalyse bei diesem Kunden: Auswertung der Projektablagen, Angebotshistorie und Mail-Threads. Die 20 Prozent nach dem ersten Agenten sind das Ergebnis aus der Testphase, gemessen an den im Workshop vereinbarten Kriterien. Beides sind Werte dieses Falls, keine garantierten Ergebnisse.

03 · Befund aus der Struktur- und Datenanalyse

Vier Quellen. Kein gemeinsamer Index.

Das kam in Stufe 1 heraus, nach einem Gespräch und zwei freigegebenen Datenpaketen:

QUELLE 01

Netzlaufwerke

~100 Ordner, ~20 GB. Projektordner mit über die Jahre unterschiedlich gewachsenen Strukturen.

QUELLE 02

E-Mails & Anhänge

~500 Threads pro Projekt. Klärungen und Entscheidungen, die nirgends sonst dokumentiert sind.

QUELLE 03

ERP-System

Belege und Kommerzielles. Technisches Projektwissen nur in Bruchstücken.

QUELLE 04

Engineering-Köpfe

Implizites Erfahrungswissen. Nirgends erfasst, verschwindet mit dem Menschen.

Der Befund war nicht, dass Wissen fehlt. Der Befund war, dass es vier Ablagen ohne gemeinsame Sprache gibt. Genau das entscheidet, ob ein KI-Einsatz trägt oder nicht.

04 · So sind wir vorgegangen

Fünf Stufen. Vom Telefonat bis zum Fundament.

Derselbe Weg wie bei jedem Projekt. Nach jeder Stufe konnte der Kunde aussteigen.

00 · GESPRÄCH

30 Minuten am Telefon

Der Engineering-Leiter schildert, was Kapazität frisst: jede Anfrage beginnt bei null, die Historie ist nicht auffindbar.

kostenlos
01 · ANALYSE

Struktur- & Datenanalyse

Zwei Datenpakete freigegeben, Projektablagen und Angebotshistorie. Ergebnis: der Befund oben, plus die 35-Prozent-Zahl.

1.200 € · wenige Tage
02 · WORKSHOP

Prioritäten-Workshop

Ein Tag mit Engineering. Drei Fälle herausgearbeitet, der Projektwissens-Zugriff als erster. Erfolgskriterien schriftlich.

2.800 € · 1 Tag
03 · POC

Proof of Concept

Agent auf echten Projektdaten, getestet an echten Anfragen aus dem Tagesgeschäft. Auswertung gegen die Kriterien.

9.800 € Festpreis · 1 Woche
04 · FUNDAMENT

Umsetzung im eigenen System

Produktiv im Azure-Tenant, Zugang über Teams. Dossierstruktur, Berechtigungen, Pflegeprozess und die Ausbildung des internen Champions.

nach Kostenkorridor aus dem POC

Bis zur Entscheidung über den POC hatte der Kunde 4.000 € investiert. Zu diesem Zeitpunkt lag die Rechnung von oben bereits auf dem Tisch, mit Zahlen aus dem eigenen Haus.

05 · Die POC-Woche im Detail

Eine Woche, ein halber Tag Aufwand beim Kunden.

TAG 1

Datenzugang

Struktur erfasst, Lesezugriff auf das freigegebene Paket. ½ Tag IT-Aufwand.

TAG 2

Kriterien schärfen

Zwei Stunden mit Engineering: die im Workshop festgelegten Kriterien auf die Datenlage übersetzen.

TAG 3–4

Agent-Setup

Erste automatisch erzeugte Projektdossiers, Filter-Index über alle Kriterien.

TAG 5

Test

An echten Anfragen aus dem laufenden Geschäft, Übergabe an die Konstrukteure.

ERGEBNIS

Entscheidung

Datenqualitätsbewertung, Umsetzungskonzept, Kostenkorridor, Empfehlung. Trägt auch bei einem Nein.

06 · Was gebaut wurde

Vier Module auf einer Wissensbasis.

MODUL 01

Reader

Liest und extrahiert Inhalt aus PDF, Word, Excel, .msg und CAD-Metadaten.

MODUL 02

Klassifizierer

Erkennt Projektmerkmale: Medium, Zertifizierung, Einsatzgebiet, Material, Kunde.

MODUL 03

Dossier-Builder

Füllt pro Projekt das im Workshop definierte Dossier: Kerndaten, KPIs wie Laufzeit und Lieferverzug, Lessons Learned.

MODUL 04

Filter-Index

Macht alle Dossiers deterministisch durchsuchbar. Vollständige Trefferlisten, keine Ähnlichkeitstreffer.

07 · Die Implementierung

Struktur zuerst. Dann erst die Suche.

Der übliche Weg wäre, zwanzig Gigabyte in einen Vektorindex zu kippen und die KI suchen zu lassen. Das funktioniert für einfache Fragen und versagt genau dann, wenn es darauf ankommt. Deshalb steht am Anfang nicht die Suche, sondern die Definition: Was macht ein Projekt aus?

Die Wissensbasis, zwei Schichten

Primär: Projektdossiers mit definierten Kerndaten
Pro Projekt ein strukturierter Datensatz: Medium, Druck, Temperatur, Werkstoff, Zertifizierung, Einsatzgebiet, Kunde, dazu die Kennzahlen aus der Abwicklung und die Lessons Learned. Welche Felder ein Dossier hat, wurde im Prioritäten-Workshop mit dem Engineering festgelegt.
Backup: Vektorindex über die Rohordner
Das Auffangnetz für alles, was in kein Feld passt. Die Detailfrage, die nur in einem Mail-Thread steht, oder eine Randnotiz in einer Berechnung.

Warum diese Reihenfolge entscheidend ist: Eine Abfrage auf den Dossiers ist deterministisch. medium:Wasserstoff & druck:>30bar liefert jedes Mal alle Treffer, nicht die fünf ähnlichsten. Ein Konstrukteur, der auslegt, braucht die vollständige Liste. Ein reiner Vektorindex kann ihm nie sagen, ob er alles gesehen hat.

Der technische Aufbau

Sprachmodell
Azure OpenAI Service im Tenant des Kunden, EU-Region. Die Daten verlassen den Tenant nicht, es wird nicht auf ihnen trainiert.
Orchestrierung
n8n als Workflow-Engine, self-hosted in einem Azure Container. Sie erkennt neue Projektordner, liest sie ein, füllt das Dossier und schreibt in den Index.
Zugang
Microsoft Teams. Kein neues Login, kein zusätzliches Werkzeug. Der Agent sitzt dort, wo die Konstrukteure ohnehin den halben Tag verbringen.
Berechtigungen
Entra ID. Freigegeben wird über App-Richtlinien an bestimmte Gruppen, Konstruktion bekommt den Agenten, der Rest nicht. Die Identität wandert in jede Anfrage: Wer ein Laufwerk heute nicht sehen darf, bekommt daraus auch keine Antwort.
Protokollierung
Jede Frage, jede Quelle, jede Antwort. Für die Dokumentationsthemen der nächsten Stufe ist das die Voraussetzung.

Alles im Microsoft-Stack, den der Kunde ohnehin betreibt. Kein Parallel-System, kein zusätzlicher Anbieter in der Kette. Wer keinen Microsoft-Stack hat, bekommt denselben Aufbau anders verankert: EU-Cloud, semi On-Prem im eigenen Haus oder voll On-Prem. Die Sicherheitsstufe wählt der Kunde, sie bestimmt den Aufwand.

08 · Der interne Champion

Am Ende steht einer im Haus, der es kann.

Das wichtigste Ergebnis der Umsetzung ist kein Agent, sondern ein Mensch. Ein Mitarbeiter wird ausgebildet, bis er das System im Alltag selbst betreut. Er ist die Anlaufstelle im Haus, nicht wir.

Was der Champion übernimmt

Die Betreuung im Alltag
Neue Projekte freigeben, Dossierfelder ergänzen, Nutzer aufschalten. Die Handgriffe, die sonst jedes Mal eine Anfrage nach außen wären.
Die erste Anlaufstelle
Kollege bekommt keine gute Antwort, ein Dokument fehlt im Index, ein Feld ist falsch belegt. Das klärt der Champion, meist in Minuten.
Kleine Erweiterungen
Die n8n-Workflows sind offen und visuell aufgebaut. Ein neues Dokumentformat oder eine zusätzliche Ablage hängt er selbst an.

Wie er dazu kommt

Er ist von Anfang an dabei
Kein Wissenstransfer am Schluss, sondern Mitarbeit ab dem Prioritäten-Workshop. Er kennt jede Entscheidung, weil er dabei war, als sie getroffen wurde.
Einarbeitung in Tagen, nicht Wochen
n8n ist visuell, die Dossierstruktur hat er mitdefiniert. Wer technisch interessiert ist und die eigenen Projekte kennt, braucht keine Entwicklerausbildung.
Dokumentiert, nicht mündlich
Pflegeprozess, Feldlogik und Workflows sind schriftlich übergeben. Fällt der Champion aus, kann ein Nachfolger übernehmen.

Damit verschiebt sich auch unsere Rolle. Der Alltag liegt beim Kunden, wir kommen für das, was darüber hinausgeht: der nächste Prio-Fall, ein Modellwechsel, die Qualitätsprüfung der Antworten, die strukturellen Themen. Nicht dafür, dass jemand ein Dokument nachlädt.

09 · Wie das Ergebnis aussieht

Eine Frage. Ein Dossier. Mit Quelle.

medium:Wasserstoff & zertifizierung:ATEX & druck:>30bar

Projekt 2023-047 · Sperrgastafelsystem

MediumWasserstoff (gasförmig)
Druck / Temperatur35 bar / 120 °C
Material1.4571 (austenitisch)
EinsatzgebietOutdoor, gemäßigte Klimazone
KundeForschungsinstitut

KPIs aus der Projekthistorie

Laufzeit8 Monate (geplant: 6)
Lieferverzug 1.4571+6 Wochen
Engineering-Aufwand480 h

Lessons Learned

  • ATEX-Zonenklärung iterativ, vorab mit dem Betreiber abstimmen.
  • Edelstahl 1.4571 mit 4 bis 6 Wochen Lead-Time einplanen.
  • Druckregler: nicht alle Standard-Modelle sind für H₂ freigegeben, vorab prüfen.

Diese drei Zeilen sind der eigentliche Wert. Sie verhindern, dass derselbe Fehler ein zweites Mal Geld kostet, und sie werden in der Angebotsphase sichtbar, nicht erst in der Abwicklung.

10 · Wirkung

Drei Effekte, einer davon zählbar.

Kapazität
2.400 h / Jahr
Suchanteil von 35 % auf 20 %, rund eine Stunde pro Kopf und Tag
Wissen
bleibt im Haus
Erfahrung aus 100 Projekten verfügbar, auch bei Personalwechsel
Risiko
früher sichtbar
Lessons Learned schon in der Angebotsphase statt in der Abwicklung
11 · Wie es weitergeht

Auf dem Fundament folgen die nächsten Fälle.

Läuft

Projektwissen

Projektordner durchsuchbar, Dossiers automatisch erzeugt, filterbar nach Kriterien und Kennzahlen.

Nächster Fall

Dokumentation

Betriebsanleitungen und Doku-Bausteine aus den Projektdaten vorbereiten, der Ingenieur prüft und gibt frei.

Danach

Struktur

Normencheck, Variantenempfehlung, Abstimmungsreduktion. Die strukturellen Themen, sobald Kapazität frei ist.

12 · Use Case als PDF

Vollständigen Use Case herunterladen.

Inklusive Rechenweg, Architektur und Umsetzung. Sie bekommen das PDF direkt nach dem Absenden, dazu eine kurze E-Mail von mir.

Starten Sie mit einem Ihrer Projektordner.

Wir sehen uns Ihre Datenlage an und sagen Ihnen, wo bei Ihnen Kapazität gebunden ist. Der Einstieg ist eine Struktur- und Datenanalyse für 1.200 € netto. Sieht eine Seite kein Potential, endet es an dieser Stelle.

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