Engineering-Kapazität Vertiefung 2 von 3

Vertiefung zu Blatt 1, Abschnitt „Engineering wird zum Engpass“.

Geschäftsführung und EntwicklungsleitungZwei Seiten wollen Verschiedenes.Ein Konflikt ist es trotzdem nicht.

Wenn der Engpass im Engineering auf den Tisch kommt, sitzen dort meist zwei Personen mit verschiedenen Zielen. Die eine will die Marge halten, die andere will Luft. Das sieht nach einem Konflikt aus und ist keiner: was die eine Seite will, setzt voraus, was die andere braucht. Diese Seite zeigt die Kette dazwischen — und die acht Fragen, die an diesem Tisch zuerst kommen.

Die Reihenfolge

Zwei Interessen, die hintereinander stehen, nicht gegeneinander.

In den meisten Häusern zieht dieses Thema zwei Personen an einen Tisch, die etwas Verschiedenes wollen. Das sieht nach einem Konflikt aus und ist keiner: was die eine Seite will, setzt voraus, was die andere braucht.

Was die Geschäftsführung will Schritt 01 Kapazität frei Rückfragen und Pflege binden weniger Zeit Schritt 02 Messung entsteht Sichtbar wird, welche Entscheidung neu entsteht Schritt 03 Portfolio entscheidbar Die Zahl für den Verzicht liegt vor Schritt 04 Struktur ändert sich Baukasten und Varianten werden neu geschnitten Was die Entwicklungsleitung braucht hier fangen die meisten an — und bleiben stehen Schritt 01 Entwicklungsleitung Kapazität frei Rückfragen und Pflege binden weniger Zeit. Schritt 02 Messung entsteht Sichtbar wird, welche Entscheidung wie oft neu hergeleitet wird. Schritt 03 Geschäftsführung Portfolio entscheidbar Die Zahl für den Verzicht liegt vor. hier fangen die meisten an Schritt 04 Struktur ändert sich Baukasten und Varianten werden neu geschnitten.
Bild 1 · Die Reihenfolge Eine Kette, zwei Enden, ein begehbares
Geschäftsführung

Will Schritt 03 und 04

  • Marge zurück, dauerhaft und nicht durch die nächste Einkaufsrunde
  • Weniger Varianten, ein sauberer Baukasten
  • Wachsen, ohne im gleichen Maß Köpfe aufzubauen
  • Eine Entscheidung, die sie treffen kann — mit Zahlen dahinter
Entwicklungsleitung

Braucht Schritt 01 und 02

  • Luft. Die Termine rutschen hier, nicht in der Fertigung
  • Keinen Vorwurf und keine Debatte über Personalabbau
  • Kontrolle über die eigenen Daten und die Freigabe
  • Endlich belegen können, warum Entwicklung dauert
Es ist dieselbe Kette — nur will jeder an einem anderen Ende anfangen. Der übliche Versuch beginnt bei 03: eine Varianten- oder Portfoliorunde wird aufgesetzt und läuft sich fest, weil Schritt 02 fehlt und niemand sagen kann, was der Verzicht auf eine Variante wirklich wert ist.

Deshalb ist die Reihenfolge kein Kompromiss. Die Entlastung, die die Entwicklungsleitung braucht, ist die Vorbedingung für die Entscheidung, die die Geschäftsführung treffen will. Keiner der beiden gibt etwas auf.

Kontrolle

Was an diesem Tisch als Erstes gefragt wird.

Acht Fragen, die immer kommen — und die zuerst kommen, egal von welcher Seite des Tisches. Sie gehören deshalb nicht ans Seitenende.

Ist das eine Personalfrage?
Nein. Freigabe und Beurteilung bleiben beim Ingenieur, die kniffligen Fälle bleiben bei den Experten im Haus. Was verschwindet, ist die Routine-Rückfrage — nicht die Person, die sie heute beantwortet.
Wo liegen unsere Daten?
Im Proof of Concept read only — nichts verlässt das Haus. Kein Training auf Ihren Daten. Verarbeitung DSGVO-konform in der EU, im Ausbau von EU-Cloud bis voll On-Prem.
Was kostet es mein Team?
Diagnose: ein Termin plus eine Datenstichprobe. Proof of Concept: 4 bis 6 Stunden eines fachlichen Ansprechpartners, verteilt über eine Woche. Mehr wird nicht gebraucht.
Und wenn es nichts bringt?
Dann endet es. Das Ergebnis trägt auch bei No-Go: Sie wissen warum, und was vorher zu verbessern wäre. Erfolgskriterien werden vor dem Start schriftlich festgelegt, daran wird gemessen.
Wieder ein Werkzeug, das keiner benutzt?
Das ist das Hauptrisiko. Deshalb der Probelauf auf 50 bis 150 echten Dokumenten, getestet mit 20 bis 40 echten Fragen aus dem Tagesgeschäft. Benutzen die Konstrukteure es danach nicht freiwillig, trägt es nicht.
Wir haben ein PLM. Reicht das nicht?
Ein PLM verwaltet Stände und Freigaben, und das tut es gut. Es beantwortet aber nicht die Frage „warum wurde damals so entschieden" — die Begründung steht in Mails, Notizen, Berechnungsdateien und in Köpfen.
Antwortet die KI sich etwas zusammen?
Sie antwortet nur aus der freigegebenen Wissensbasis, und jede Antwort nennt ihre Quelle. Was nicht in der Basis steht, wird nicht beantwortet, sondern weitergereicht.
Wer macht die Arbeit?
Analyse, Workshop und Bewertung mache ich selbst. Bei der technischen Umsetzung arbeite ich mit Partnern; wer was macht, steht vor der Beauftragung schriftlich fest.
Nächster Schritt

Wer sitzt bei Ihnen an diesem Tisch?

Dreißig Minuten, keine Präsentation. Gern mit beiden Seiten gleichzeitig — die Reihenfolge lässt sich zu zweit schneller klären als nacheinander.

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Adressat
Geschäftsführung · Entwicklungsleitung · Inhaber
Gegenstand
Reihenfolge der Eingriffe, Zuständigkeit, Kontrollfragen
Belege
Insight 07 · Insight 08
Fremdquellen
keine
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